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Folgt mir nach!

 

„Kommt, folgt mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen“ (Mt 4,19)

 

 

 

Die hier geschilderte Szene haut mich in ihrer Kürze immer wieder um. Zuvor wird berichtet, dass Jesus die Menschen zur Umkehr aufruft: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ (Mt 4,17). Nun fordert er die Brüder Simon (Petrus) und Andreas dazu auf, ihm nachzufolgen. Und was machen die? „Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.“ Wahnsinn! Im Lukasevangelium wird die Geschichte etwas ausführlicher mit einem wunderbaren Fischfang erzählt (das Ausmalbild zeigt die Szene). Das macht die Reaktion der Jünger vielleicht etwas verständlicher. Aber hier bei Matthäus lassen die beiden Brüder Simon und Andreas, ebenso wie kurz darauf Johannes und Jakobus, einfach so alles liegen und stehen und folgen Jesus nach. Unverständlich. Ich weiß, dass ich das nicht könnte.

 

In diesen Tagen muss dabei ich an die Experten vom Robert-Koch-Institut und an die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker denken, die uns zurufen: „Kehrt um! Ändert euer Leben! Bleibt zu Hause! Schützt euch und eure Angehörigen, indem ihr eben nicht einfach so weitermacht wie bisher, sondern in euren Häusern bleibt, Bücher lest, mit den Kindern spielt, Briefe schreibt, mit Freund*innen und Bekannten telefoniert!“ Natürlich ist das nicht vergleichbar mit den Jüngern Jesu. Die haben ihr altes Leben vollständig hinter sich gelassen. Das müssen wir zum Glück nicht. Wir können und sollen sogar in unseren Häusern und Wohnungen bleiben. Aber vielleicht ist der Corona-Virus für uns ein Anstoß, unseren Lebensstil, unser Konsum- und Reiseverhalten zu überdenken und somit der Umwelt eine Atempause zu gönnen.